Core Web Vitals verständlich erklärt: LCP, INP und CLS für Unternehmer
Was LCP, INP und CLS messen, welche Grenzwerte Google ansetzt, wie Sie Ihre Website selbst prüfen und welche Ursachen meistens dahinterstecken.
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Wer sich mit der eigenen Website beschäftigt, stolpert früher oder später über drei Abkürzungen: LCP, INP und CLS. Zusammen heißen sie Core Web Vitals. Google nutzt sie, um zu bewerten, wie sich eine Website für echte Besucher anfühlt: Lädt sie schnell? Reagiert sie, wenn man tippt? Springt der Inhalt beim Lesen herum? In diesem Artikel erklären wir, was hinter den Werten steckt, wie Sie Ihre Website selbst prüfen und welche Ursachen in der Praxis am häufigsten sind.
Was sind die Core Web Vitals?
Die Core Web Vitals sind drei Messwerte, die Google als Kern einer guten Nutzererfahrung definiert hat. Jeder Wert steht für eine Frage, die sich Besucher unbewusst stellen:
- LCP (Largest Contentful Paint): Wann sehe ich den Hauptinhalt?
- INP (Interaction to Next Paint): Wie schnell reagiert die Seite, wenn ich etwas anklicke?
- CLS (Cumulative Layout Shift): Bleibt die Seite ruhig, oder verschiebt sich etwas, während ich lese?
Seit März 2024 ist INP Teil der Core Web Vitals. Der Wert hat den früheren Messwert FID (First Input Delay) abgelöst, der nur die allererste Interaktion betrachtet hat.
LCP: Wann ist der Hauptinhalt sichtbar?
LCP misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element im ersten Bildschirmausschnitt geladen ist. Bei den meisten Websites ist das ein großes Titelbild, ein Hero-Foto oder ein großer Textblock mit der Hauptüberschrift.
Ein Beispiel: Ein Tischler hat auf seiner Startseite ein großes Foto einer Küche, die er gebaut hat. Erscheint dieses Foto auf dem Smartphone erst nach fünf Sekunden, ist der LCP schlecht, auch wenn das Logo und das Menü schon nach einer Sekunde da waren.
INP: Reagiert die Seite flüssig?
INP misst, wie lange die Seite braucht, um nach einer Eingabe sichtbar zu reagieren: ein Tipp auf den Menü-Button, ein Klick auf „Termin anfragen“, das Aufklappen einer FAQ. Betrachtet werden dabei alle Interaktionen während des Besuchs, nicht nur die erste. Der Wert spiegelt im Wesentlichen die langsamsten Reaktionen wider.
Ein schlechter INP fühlt sich so an: Sie tippen auf das Menü, und es passiert eine halbe Sekunde lang nichts.
CLS: Springt der Inhalt?
CLS misst, wie stark sich sichtbare Elemente unerwartet verschieben. Das kennen Sie: Sie wollen auf „Kontakt“ tippen, und genau in dem Moment lädt darüber ein Banner nach. Der Button rutscht nach unten, und Sie treffen etwas anderes. Der Wert ist eine Kennzahl ohne Einheit. Je kleiner, desto ruhiger die Seite.
Die Grenzwerte im Überblick
Google teilt jeden Wert in drei Bereiche ein:
| Messwert | Gut | Verbesserung nötig | Schlecht |
|---|---|---|---|
| LCP | bis 2,5 Sekunden | 2,5 bis 4 Sekunden | über 4 Sekunden |
| INP | bis 200 Millisekunden | 200 bis 500 Millisekunden | über 500 Millisekunden |
| CLS | bis 0,1 | 0,1 bis 0,25 | über 0,25 |
Wichtig dabei: Google bewertet nicht den Durchschnitt, sondern das 75. Perzentil. Eine Seite gilt also erst dann als „gut“, wenn mindestens drei Viertel aller Seitenaufrufe im grünen Bereich liegen. Langsame Smartphones und schwache Mobilfunkverbindungen zählen voll mit.
Wie wichtig sind die Werte für Google?
Die Core Web Vitals fließen in das Ranking ein, aber sie sind kein Hebel, der alles andere schlägt. Google betont selbst, dass es immer die relevantesten Inhalte zeigen will, auch wenn die Nutzererfahrung nicht optimal ist. Gute Werte können vor allem dann den Ausschlag geben, wenn mehrere Seiten ähnlich hilfreiche Inhalte bieten. Eine schnelle Seite mit dünnem Inhalt rankt nicht automatisch vor einer etwas langsameren mit besseren Antworten.
Der größere Effekt liegt oft woanders: bei Ihren Besuchern. Wer auf dem Handy eine Seite öffnet und nach mehreren Sekunden noch ein graues Feld sieht, geht häufig zurück zur Suche und ruft den nächsten Betrieb an. Gute Werte helfen also beim Ranking ein Stück und bei der Anfragequote oft deutlich mehr. Wie Ladezeit und andere Faktoren zusammenspielen, beschreiben wir in SEO für kleine Unternehmen in Kassel.
So prüfen Sie Ihre Website selbst
Sie brauchen dafür kein technisches Wissen. Zwei kostenlose Werkzeuge von Google reichen für den Anfang.
PageSpeed Insights
- Öffnen Sie pagespeed.web.dev.
- Geben Sie die Adresse Ihrer Startseite ein und starten Sie die Analyse.
- Schauen Sie zuerst auf den oberen Bereich mit den Daten echter Nutzer. Dort stehen die Core Web Vitals aus echten Besuchen der letzten 28 Tage, sofern Ihre Seite genug Besucher hat.
- Darunter folgt eine Labormessung mit einer Punktzahl von 0 bis 100 und konkreten Hinweisen unter „Diagnose“.
Die Punktzahl ist eine Simulation und schwankt von Messung zu Messung. Entscheidend sind die Felddaten oben, denn sie zeigen, was echte Besucher erleben. Kleine Websites mit wenig Besuchern haben oft keine Felddaten. Dann sind die Laborwerte der beste verfügbare Anhaltspunkt.
Prüfen Sie nicht nur die Startseite, sondern auch die wichtigsten Unterseiten, etwa die Leistungsseite oder das Kontaktformular.
Google Search Console
Wenn Ihre Website in der Search Console eingerichtet ist, finden Sie dort den Bericht „Core Web Vitals“. Er zeigt nicht einzelne Seiten, sondern Gruppen ähnlicher Seiten, jeweils für Mobil und Desktop. So sehen Sie auf einen Blick, ob zum Beispiel alle Blogartikel ein CLS-Problem haben. Nach einer Korrektur können Sie beim jeweiligen Problem auf „Tracking starten“ klicken. Google beobachtet die betroffenen Seiten anschließend 28 Tage lang.
Typische Ursachen und was dagegen hilft
Viele Ursachen lassen sich mit überschaubarem Aufwand beheben.
Wenn der LCP schlecht ist
- Zu große Bilder: Ein Foto direkt aus der Kamera hat schnell mehrere Megabyte. Bilder sollten auf die tatsächlich angezeigte Größe verkleinert und in modernen Formaten wie WebP oder AVIF ausgeliefert werden.
- Das Hauptbild wird verzögert geladen: „Lazy Loading“ ist für Bilder weiter unten sinnvoll, für das große Bild ganz oben aber schädlich. Das wichtigste Bild sollte sofort geladen werden.
- Langsamer Server: Günstiges Shared Hosting oder ein WordPress ohne Caching braucht manchmal über eine Sekunde, bevor überhaupt etwas ankommt. Seiten-Caching und ein passender Tarif helfen hier.
- Schriften und Slider: Mehrere Webfonts und ein Bild-Slider ganz oben verzögern die Darstellung. Ein einzelnes, gut optimiertes Bild ist fast immer schneller.
Wenn der INP schlecht ist
- Zu viele Skripte: Chat-Widgets, Tracking, eingebettete Social-Media-Feeds und Werbeskripte belegen den Browser. Prüfen Sie, welche davon Sie wirklich nutzen.
- Überladene Page-Builder und Plugins: Bei WordPress kommen schnell 30 oder mehr Plugins zusammen, die jeweils eigenen Code laden. Ausmisten bringt oft spürbar etwas.
- Aufwendige Effekte: Animationen beim Scrollen und komplexe Menüs können schwächere Smartphones ausbremsen.
Wenn der CLS schlecht ist
- Bilder ohne feste Maße: Wenn der Browser nicht weiß, wie groß ein Bild wird, reserviert er keinen Platz und schiebt den Text später nach unten. Breite und Höhe sollten immer angegeben sein.
- Nachladende Banner: Cookie-Hinweise, Aktionsbalken oder Newsletter-Boxen, die oben eingeblendet werden, verschieben den ganzen Inhalt. Besser ist eine Einblendung, die über dem Inhalt liegt oder ihren Platz von Anfang an reserviert.
- Eingebettete Inhalte: Karten, Videos und Bewertungs-Widgets brauchen einen fest reservierten Rahmen.
- Schriftwechsel: Wenn erst eine Ersatzschrift und dann die eigentliche Webschrift erscheint, kann der Text springen. Lokal eingebundene Schriften mit passenden Einstellungen verringern das.
Eine kurze Checkliste für Ihre Website
- Startseite und zwei wichtige Unterseiten in PageSpeed Insights prüfen, jeweils Mobil
- Felddaten notieren, falls vorhanden, und den schlechtesten Wert zuerst angehen
- Bilder ganz oben verkleinern und nicht verzögert laden
- Ungenutzte Plugins, Widgets und Tracking-Skripte entfernen
- Bildgrößen festlegen und Banner so einbauen, dass nichts springt
- Nach Änderungen erneut messen und in der Search Console das Tracking starten
- Werte alle paar Monate kontrollieren, vor allem nach Updates und neuen Plugins
Gerade der letzte Punkt wird oft vergessen. Ein neues Plugin oder ein Theme-Update kann gute Werte über Nacht verschlechtern. Deshalb gehört die Kontrolle zur regelmäßigen Website-Wartung. Und wenn ohnehin ein Neuaufbau ansteht, lohnt es sich, Ladezeit von Anfang an mitzudenken. Dazu passt unsere Checkliste für den Website-Relaunch.
Was Mousewerk für Sie übernehmen kann
Wir prüfen Ihre Website auf alle drei Werte, erklären Ihnen die Ergebnisse in verständlicher Sprache und sagen ehrlich, welche Maßnahmen sich lohnen und welche nicht. Danach optimieren wir Bilder, Server, Plugins und Layout oder bauen, wenn es sinnvoller ist, eine schnelle neue Seite. Mehr zu unseren Leistungen finden Sie unter Webentwicklung in Kassel.
Sie möchten wissen, wie Ihre Website abschneidet? Fragen Sie uns für eine kostenlose Erstberatung an.