Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Die Checkliste für kleine Unternehmen

Neue Website, aber die Google-Rankings sollen bleiben? Unsere Checkliste zu Bestandsaufnahme, 301-Weiterleitungen, Inhalten und Search Console.

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Die alte Website sieht nicht mehr zeitgemäß aus, lädt langsam oder lässt sich kaum noch pflegen. Also soll eine neue her. Was dabei oft übersehen wird: Google hat die alte Website über Jahre kennengelernt. Jede Unterseite hat eine Adresse, für die es Rankings, Verlinkungen und Lesezeichen gibt. Wer beim Relaunch einfach die neue Seite hochlädt und die alte löscht, verliert davon im schlimmsten Fall einen großen Teil, und das Telefon klingelt plötzlich seltener.

Die gute Nachricht: Ein Relaunch kostet nicht zwangsläufig Sichtbarkeit. Mit einer sauberen Vorbereitung lassen sich die Rankings in der Regel halten, und manchmal verbessern sie sich sogar, wenn die neue Seite schneller und besser strukturiert ist. Diese Checkliste zeigt, worauf es ankommt.

Phase 1: Bestandsaufnahme vor dem Relaunch

Bevor irgendetwas umgebaut wird, sollten Sie genau wissen, was Sie heute haben. Diese Bestandsaufnahme ist die Grundlage für alle späteren Schritte.

Alle URLs der alten Website erfassen

Legen Sie eine Liste aller Adressen an, unter denen Ihre Website erreichbar ist. Quellen dafür sind:

  • die XML-Sitemap der alten Seite (oft unter ihre-domain.de/sitemap.xml)
  • die Google Search Console unter „Seiten“ bzw. „Leistung“
  • ein Crawler wie Screaming Frog, der in der kostenlosen Version bis zu 500 URLs erfasst
  • Ihr CMS, also die Liste aller Seiten und Beiträge in WordPress oder einem anderen System

Vergessen Sie dabei nicht PDFs, etwa Preislisten, Speisekarten oder Flyer zum Download. Auch die werden bei Google gefunden und verlinkt.

Die wichtigsten Seiten identifizieren

Nicht jede Seite ist gleich wichtig. In der Search Console sehen Sie unter „Leistung“, welche Seiten die meisten Klicks und Impressionen bekommen und bei welchen Suchbegriffen. Notieren Sie sich die zehn bis zwanzig stärksten Seiten mit ihren Hauptsuchbegriffen. Bei einem Handwerksbetrieb sind das häufig die Leistungsseiten, etwa „Badsanierung“ oder „Heizungswartung“, bei einer Praxis die Seite mit Sprechzeiten und Anfahrt.

Ausgangswerte festhalten

Exportieren Sie vor dem Relaunch die Daten der letzten zwölf Monate aus der Search Console und, falls vorhanden, aus Ihrer Statistik-Software. Ohne diese Vergleichswerte können Sie nach dem Start nicht beurteilen, ob etwas schiefgelaufen ist. Hilfreich ist außerdem eine Übersicht, wie viele Anfragen pro Monat über Kontaktformular und Telefon kommen.

Externe Verlinkungen prüfen

Welche anderen Websites verlinken auf Sie? Branchenverzeichnisse, die Handwerkskammer, Partnerbetriebe oder lokale Zeitungsartikel. Die Search Console zeigt diese Links unter „Links“. Gerade diese Seiten dürfen nach dem Relaunch nicht ins Leere führen.

Phase 2: URL-Struktur und 301-Weiterleitungen

Das ist der wichtigste Teil der ganzen Checkliste. Wenn sich Adressen ändern, muss jede alte URL dauerhaft auf die passende neue weiterleiten.

Was eine 301-Weiterleitung ist

Eine 301-Weiterleitung teilt Browsern und Suchmaschinen mit: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen, hier ist die neue Adresse. Google überträgt die Signale der alten Seite dann auf die neue. Eine 302-Weiterleitung bedeutet dagegen „vorübergehend“ und ist für einen Relaunch in der Regel die falsche Wahl.

Die Weiterleitungstabelle anlegen

Erstellen Sie eine Tabelle mit zwei Spalten: alte URL und neue URL. Ein Beispiel:

Alte URLNeue URL
/leistungen/baeder.html/badsanierung-kassel
/index.php?id=12/ueber-uns
/aktuelles/sommerfest-2019/blog
/preisliste.pdf/leistungen

Dabei gilt:

  • Eins zu eins weiterleiten, wo es eine passende neue Seite gibt.
  • Thematisch passend weiterleiten, wo eine Seite wegfällt, etwa einen alten Beitrag auf die Blog-Übersicht.
  • Nicht alles auf die Startseite leiten. Laut Google können viele Weiterleitungen auf ein unpassendes Ziel wie die Startseite als „Soft 404“ gewertet werden, also ähnlich wie eine nicht mehr vorhandene Seite. Außerdem finden Besucher dort nicht, was sie gesucht haben.
  • Weiterleitungsketten vermeiden. Alt leitet auf neu, nicht über zwei Zwischenstationen.

Wenn sich Ihre Adressen gar nicht ändern, umso besser. Dann prüfen Sie trotzdem, ob wirklich jede wichtige URL unter der gleichen Adresse wieder erreichbar ist.

Weiterleitungen dauerhaft bestehen lassen

Google empfiehlt in seiner Dokumentation zu Website-Umzügen, Weiterleitungen so lange wie möglich beizubehalten, in der Regel mindestens ein Jahr, und mit Blick auf die Nutzer sogar, sie unbegrenzt bestehen zu lassen. Externe Links und Lesezeichen verschwinden schließlich nicht.

Phase 3: Inhalte übernehmen und verbessern

Ein Relaunch ist eine gute Gelegenheit, Inhalte aufzuräumen. Aber Vorsicht beim Kürzen.

Starke Inhalte erhalten

Die Seiten, die heute gut ranken, tun das aus einem Grund: Sie beantworten eine Suchanfrage. Wenn Sie diese Texte für das neue Design auf drei Sätze zusammenstreichen, verlieren sie oft ihre Rankings. Überarbeiten Sie lieber behutsam, statt neu zu schreiben.

Technische Inhalte nicht vergessen

Folgende Punkte gehen beim Umzug gern verloren:

  • Seitentitel und Meta-Beschreibungen
  • Überschriften-Struktur mit einer klaren Hauptüberschrift pro Seite
  • Alt-Texte für Bilder
  • strukturierte Daten, zum Beispiel für Adresse und Öffnungszeiten
  • Impressum und Datenschutzerklärung, angepasst an neue Dienste und Plugins

Die Testumgebung vor Google verstecken

Die neue Seite wird meist auf einer Testadresse aufgebaut. Diese sollte per Passwortschutz oder „noindex“ vor Google verborgen sein, damit keine doppelten Inhalte im Index landen. Genauso wichtig: Beim Livegang muss diese Sperre wieder entfernt werden. Eine vergessene noindex-Einstellung oder eine blockierende robots.txt ist eine typische Ursache dafür, dass eine neue Website bei Google komplett verschwindet.

Auch die Ladezeit lohnt einen Blick vor dem Start. Was dahintersteckt, erklären wir im Beitrag zu den Core Web Vitals.

Phase 4: Der Livegang

Planen Sie den Start nicht auf Freitagnachmittag oder direkt vor Ihrem Urlaub. Sie wollen in den Tagen danach Zeit haben, Fehler zu beheben.

Checkliste für den Starttag:

  • Weiterleitungen eingespielt und stichprobenartig getestet
  • noindex entfernt, robots.txt geprüft
  • HTTPS aktiv, alle Varianten (mit und ohne www, http und https) leiten auf eine einheitliche Adresse
  • Kontaktformular abgeschickt und Eingang der Nachricht geprüft
  • Telefonnummern und E-Mail-Links auf dem Smartphone getestet
  • Statistik-Tool und Cookie-Banner funktionieren

Phase 5: Search Console und Messen nach dem Start

Sitemap einreichen

Reichen Sie die neue XML-Sitemap in der Google Search Console ein. So erfährt Google schnell von den neuen Adressen. Wenn Sie auch die Domain wechseln, etwa von einer alten Firmen-Domain auf eine neue, gibt es in der Search Console zusätzlich das Tool „Adressänderung“. Dafür müssen die alte und die neue Domain in der Search Console bestätigt sein, und die 301-Weiterleitungen müssen bereits eingerichtet sein.

Fehler beobachten

Prüfen Sie in den ersten Wochen regelmäßig den Bericht „Seiten“ in der Search Console. Tauchen dort viele „Nicht gefunden (404)“-Fehler auf, fehlt eine Weiterleitung. Mit der URL-Prüfung können Sie einzelne wichtige Seiten direkt testen und die Indexierung anstoßen.

Realistische Erwartungen

Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google die neue Struktur erst verarbeiten muss. Vergleichen Sie Klicks und Impressionen nach etwa vier bis acht Wochen mit Ihren Ausgangswerten, am besten mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, damit saisonale Effekte nicht täuschen. Ein Heizungsbauer hat im Oktober eben andere Zahlen als im Juni.

Bricht die Sichtbarkeit deutlich und dauerhaft ein, gehen Sie die Liste der Top-Seiten durch: Leitet jede alte Adresse korrekt weiter? Sind die Inhalte noch da? Ist die Seite indexierbar? Häufig liegt die Ursache in einem dieser drei Punkte.

Langfristig dranbleiben

Nach dem Relaunch ist vor der Pflege. Updates, Sicherheit und aktuelle Inhalte entscheiden mit darüber, ob die neue Seite ihre Rankings hält. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Website-Wartung: Warum sie wichtig ist und in den Grundlagen zu SEO für kleine Unternehmen.

Was Mousewerk für Sie übernehmen kann

Bei einem Relaunch mit Mousewerk gehören Bestandsaufnahme, Weiterleitungstabelle und die Kontrolle in der Search Console nach dem Start fest zum Projekt. Wir übernehmen bestehende Inhalte, bauen die neue Seite wahlweise mit WordPress oder Next.js und begleiten die ersten Wochen nach dem Livegang. Mehr zu unserem Vorgehen finden Sie unter Webentwicklung in Kassel.

Sie planen eine neue Website und wollen Ihre Rankings behalten? Sprechen Sie uns an. Das erste Gespräch ist kostenlos.

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